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Grundsätzlich: Die Hufpflege fängt schon bei der artgerechten Haltung an. Dazu gehört viel Auslauf auf möglichst gemischtem Boden (Gras, Sand, feiner Schotter, ebener harter Grund, dies alles in einem ausgewogenen Verhältnis), eine saubere Box oder ein sauberer Unterstand, tägliches Misten (keine Matraze!), gute ausgewogene Fütterung, tägliche Reinigung der Hufe vom Mist und natürlich die korrekte und regelmäßige Hufbearbeitung in nicht zu langen Intervallen (ca. alle 6-8 Wochen, im Krankheitsfall auch mal wöchentlich, bei optimaler Haltung auch mal länger als 8 Wochen). Die tägliche Hufpflege: Täglich sollte man mit dem Hufkratzer die Hufe vom Mist befreien, der sich leicht in die Strahlfurchen setzt. Dabei kann man auch gleich die Beine auf Schwellungen oder Verletzungen untersuchen. Bei "suboptimalen" Haltungsbedingungen muß man zur Vermeidung von Strahlfäule nicht unbedingt gleich zur chemischen Keule greifen. Eine Wurzelbürste und Kernseifenlösung tuns auch. Bei leichter Strahlfäule kann man sich in der Apotheke preiswerte Mittel besorgen, wie etwa eine 2%ige Wasserstoffperoxidlösung oder Kaliumpermanganat. Bekommt man damit die Strahlfäule nicht in den Griff, unbedingt Rücksprache mit dem Hufschmied/Hufpfleger/Huftechniker halten, um ein geeignetes Mittel zu finden und vorallem, um die Ursache abzustellen. Das Einfetten der Hufe ist nicht unbedingt nötig. Sinnvoll ist das Einmassieren von Lorbeeröl in den Kronrand. Dies fördert den Stoffwechsel und regt die Hornbildung an. Tipp: nach dem Reiten sind die Hufe oft voller Lehmerde oder Waldboden. Diesen "sauberen" Schmutz lasse ich gerne in den Hufen. So kann sich in der Box nicht so schnell wieder Mist in die Hufe setzen. Die Hufpflege durch den Profi: Wie sieht eine gute, professionelle Hufbearbeitung aus? Bevor ich dem Pferd mit Messer und Raspel zu Hufe rücke, erkundige ich mich zuerst beim Besitzer über die Vorgeschichte des Pferdes, das Alter, die Haltung und Nutzung, schaue mir das Pferd im Stehen an, beurteile seinen Körperbau und seine Gliedmaßenstellung. Dann lasse ich mir das Pferd im Schritt und Trab vorführen. Erst jetzt kann man eine individuelle, zu diesem Pferd passende und orthopädisch korrekte Hufbearbeitung vornehmen. Bei Fehlstellungen und groben Auffälligkeiten fertige ich Photos an, und zwar vor und nach der Bearbeitung, um so meine Arbeit für mich und den Besitzer zu dokumentieren. Das Werkzeug sollte natürlich von bester Qualität und in gepflegtem Zustand sein. Übertriebene Hygiene ist sicher nicht angebracht, aber ein Messer, mit dem ich eben noch an einem verfaulten Strahl geschnitten habe, säubere ich erst gründlich (evtl. Desinfektion), bevor ich damit ans nächste Pferd gehe. Die meiste Arbeit erledige ich mit dem Messer und der Raspel. Wenn viel Horn abzutragen ist, benutze ich den Nipper, in Ausnahmefällen auch mal die Hauklinge. Für Pferde mit Arthrose ist die Arbeit mit der Hauklinge oft schmerzhaft und mit dem Nipper wesentlich angenehmer. Zu einer guten Hufbearbeitung gehört natürlich auch ein ruhiger Umgangston mit dem Pferd und eine entspannte Atmosphäre. Das Pferd ist die Hauptperson. Wenn das Pferd mitarbeitet, haben es alle leichter. Wertvolle Vorarbeit kann der Besitzer leisten, wenn er schon seinem jungen Pferd beibringt, die Hufe zu geben. Schon nach wenigen Besuchen wissen meine Kundenpferde, wie ich arbeite und was ich von ihnen erwarte. Nasenbremse, Gerte oder Tranquilizer benutze ich nicht! Kann jedes Pferd ohne Eisen laufen? Das kommt drauf an und sollte meiner Meinung nach nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden! Viele Faktoren zusammen spielen bei der Entscheidung eine Rolle: -die Nutzung -die Pferderasse -die Haltung -der Besitzer -die korrekte Barhufbearbeitung Wenn es tatsächlich so wäre, dass die meisten Pferde nicht ohne Eisen laufen könnten, wäre das Pferd schon vor langer Zeit ausgestorben. Kutschpferde z. B., die täglich viele Stunden fast ausschließlich über Asphalt und Schotter laufen, kommen um einen permanenten, festen Hufschutz selten herum. Eisen sind hier das abriebfesteste und billigste Material. Ob es auch die beste und einzige Lösung für das Pferd ist, sollte auf jeden Fall individuell entschieden werden. Manche hufkranke Pferde (schlimme Hornkapselverletzungen, Hufbeinfrakturen, aber auch Gliedmaßenfehlstellungen) sollten/müssen einen Hufschutz haben. Diese Pferde würden in der Natur nicht lange überleben. Da wo die natürliche Auslese einsetzen würde, sollte der Mensch dem Tier mit einem vernünftigen Hufschutz helfen und es nicht unnötig quälen. In der Regel gilt: Die meisten Pferde brauchen keine Eisen! Die wenigen, die einen Hufschutz benötigen, brauchen diesen Schutz oft nur vorübergehend. Ich spreche bewußt von Hufschutz, da es außer Eisen noch Kunststoffbeschläge, Aluminiumbeschläge, Klebeschuhe oder Hufschuhe gibt. Das beste Beispiel für einen temporären Hufschutz sind die Hufschuhe, die man vor einem längeren Ritt anzieht, und danach dem Pferd wieder auszieht. Auch spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, einem freizeitmäßig gerittenen Barhufpferd für ein paar Wochen einen leichten Aluminium- oder Kunststoffbeschlag zu gönnen, wenn man weiß, dass man z.B. in der Urlaubszeit einen längeren Wanderritt plant. Die meisten Pferde bei uns, die "nur" freizeitmäßig geritten werden, oder nur auf weichem Hallenboden laufen, können barhuf gehen. Um ein beschlagenes Pferd auf barhuf umzustellen, gehe ich langsam und behutsam vor. Ein "neues Barhufpferd" bekommt eine ganz andere Hufbearbeitung als ein Pferd, das schon lange barhuf läuft, und erst recht anders als ein Pferd das noch beschlagen werden soll. Da gibt es große Unterschiede. Grundsätzlich gilt: NIEMALS darf ein Pferd nach einer Hufbearbeitung, egal ob Barhufer oder mit Beschlag, schlechter laufen als davor.
Hufpflege
Kein hoffnungsloser Fall.
10 Minuten später...
Kerngesunder Barhuf. Dieses Pferd läuft jede Woche über 100km.
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